Weil du nicht da bist

Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf dies Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.

Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
Der Rosen Duft vergebliches Bemühen,
Der Nachtigallen Liebesmelodie
Nur in Musik gesetzte Ironie.

Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.

Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.

»Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
Verstaubte Noten über dem Klavier.
Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden nur von dir.

Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.
(Mascha Kaléko)


Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
(Erich Fried)


Dein bester Freund

Solltest Du Dich einsam fühlen,
verlassen und ganz allein,
solltest Du Hilfe brauchen,
würde gern für Dich da sein.

Sollte Dir an Liebe fehlen,
solltest Du Dich langweilen,
brauchst Du einen zum Reden,
würde mich zu Dir eilen.

Solltest Du eine Schulter brauchen,
um Dich einfach auszuweinen,
brauchst Du etwas Aufmunterung,
ruf mich, ich werde erscheinen.
(Der Baufritze)


Immer wenn ich traurig bin

Immer wenn ich traurig bin,
trink ich einen Korn.

Wenn ich dann noch traurig bin,
trink ich noch n' Korn.

Wenn ich dann noch traurig bin,
trink ich noch n' Korn.

Und wenn ich dann noch traurig bin,
fang ich an von vorn.
(Heinz Erhart)


So weit weg

Ich fühl mich so allein...
Ich vermisse dich!
Du bist so weit weg...
Warum?
Ich hab Angst,
das könnte uns schaden...
Ich vertraue dir nicht vollkommen...
Ich fühl mich schlecht deswegen!
Es tut mir leid, ich liebe dich!
Ich hab Angst, du liebst mich nicht wirklich,
Ich weiß... es ist Unsinn!
Du bist so weit weg...
Dunkelheit umgibt mich,
ich sitze in der Ecke,
kann mich nicht rühren,
die Dunkelheit zerdrückt mich fast,
bekomme keine Luft...
Du bist so weit weg...
Mein Herz fühlt sich so schwer an, in mir...
zerdrückt fast meine Lunge..
ich bin traurig,
obwohl ich glücklich sein müsste,
warum?
Ich weiß es nicht...
Du bist so weit weg..
fast unendlich weit weg!
Ich weiß... du kannst nichts dafür!
Ich hab Angst, wir halten nicht lange,
aber ich will, das wir lange halten!
Diese Dunkelheit umgibt mich, sie ist draußen, in mir, überall!
Sie ist weg, wenn du da bist,
dann ist es hell...
Du sagst: „Die inneren Werte zählen“...
das mag stimmen, aber was genau meinst du damit?
Ich hab Angst,ich bin nicht hübsch genug,
es gibt so viele, die das sind..
Du tust so viel für mich, von Anfang an...
ich hab das gefühl, ich tu nichts für dich,
hab keine Möglichkeit,für dich da zu sein...
Du hast Spaß, ich bin allein...
du kannst nichts dafür,ich weiß...
Aber es trifft mich...
Warum?
Ich weiß es nicht...
Es tut mir leid!
Ich liebe dich!
Du bist so weit weg...
(Is doch egal,von wem)


Es ist ein heißer Sommertag.
Ich gehe durch die Straßen,
sehe überall diese glücklichen Menschen
und denke bei mir...Ich will das auch!

Ich will Glück erleben,
ich will Liebe erleben,
ich will das Gefühl der Hochstimmung erleben
und ich wills mit dir erleben!
Aber du bist nicht da...

Draußen ist es heiß,
doch in mir ist es kalt.
wie konntest du das tun?
Wie konntest du einfach so gehen?
Ich hasse dich!
Hast du irgendwann mal an mich gedacht?
Hat das dein Egoismus irgendwann mal zugelassen?
Hast du gedacht,ich bin aus Holz?
Hast du gedacht, mir ist egal,was aus uns wird?
Ich hasse dich!

Ich will Glück erleben,
ich will Liebe erleben,
ich will das Gefühl der Hochstimmung erleben
und ich wills mit dir erleben!
Aber du bist nicht da...

Du bist nicht da....
Im Nachhinein betrachtet,warst du das nie
Was heul ich dir eigentlich hinterher?
Im Grunde hast du mir nie irgendwas gegeben,
du hast nur genommen!
Du hast mir mein Herz genommen
Und fast mein Leben...
Doch das lasse ich nicht zu,
ich hasse dich!

Ich will Glück erleben,
ich will Liebe erleben,
ich will das Gefühl der Hochstimmung erleben
und ich wills mit dir erleben!
Aber du bist nicht da...
(und wieder egal,von wem)


Ein Herz

Ein Herz,
wie kann es noch leben?

Verbrannte im Feuer,
erfror im Eis,
zerbrach unter Steinen,
trotzdem schlägt's leis.

Ein Herz,
wie kann es noch leben?

Es ging durch die Hölle,
hier auf Erden,
allein da zu bleiben
ist schlimmer als sterben.

Ein Herz,
wie kann es noch leben?

Vegetierte im Dunkeln,
ohne Gefühl,
schien lebend zu sterben,
innerlich kühl.

Ein Herz,
wie kann es noch leben?

Unsagbarer Schmerz,
es schlug für die Qual
und wollte doch leben
so traf's seine Wahl.

Ein Herz,
kann es weiterleben?

Beginnt nun zu kämpfen
für neues Glück,
das Leid loszulassen,
kein Weg zurück.

Ein Herz,
es wird weiterleben.
(Kerstin Wiegand)
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